Wako Duisburg 2010
© BUDO-SPORTVEREIN GELSENKIRCHEN 1980 e.V. 2010
Nachwuchsturnier der Wako NRW e.V.
Der Tag der Premieren und Neubeginne
Die Wako NRW eV hat sich neu organisiert und begann ihre Arbeit mit
einem Nachwuchsturnier. Austragungsort war Duisburg und es geschah
am 14.11.2011. Der Budo SV hat eine lange Zeit der Turnierabstinenz
durchlebt und so war es auch für uns ein Neubeginn, dass sich drei
Kickboxer wagten, am Turnier teilzunehmen. Für Anika Schipper war es
die ultimative Premiere, für Jasmin Lindner ein Neubeginn, nachdem sie auf der
Landesmeisterschaft gleich im ersten Kampf ihr erstes KO durchstehen musste.
Die Dame, die dafür verantwortlich war, kann man auf der Fotostrecke sehen.
Dimitraa Rapti, die Mutter von
Alexis, bisher über viele Jahre eine
stimmgewaltige Zuschauerin der
Kämpfe ihres Sohnes, hatte sich
entschieden, nunmehr all ihr
Zuschauerwissen um den
Semikontakt auch in die Arbeit als
Kampfrichterin einfließen zu lassen.
Und das hat sie mit Bravour bestanden. Herzlichen Glückwunsch von mir.
Jasmin Linder wusste – wie die Vorworte es schon darlegten – genau, worauf man sich beim
Kämpfen im schlimmsten aller Fälle einlässt. Ihre Vorbereitung war aufgrund ihrer beruflichen
Einbindung nicht so optimal wie wir beide es uns gewünscht hätten, aber Jasmin ist eine Frau,
die im Leben steht, couragiert und selbstbewusst, daher konnten wir dieses „Risiko“ getrost
eingehen.
Ihre Gegnerin aus Münster bot ihr in der ersten Runde paroli, die dominanteren Aktionen gingen
aber von Jasmin aus. Dann – und hier zeigte sich wieder wie wichtig die konditionelle Aufbau-
arbeit ist – verrutschte nicht nur das Kopftuch unter dem Helm, sondern auch die Kondition brach
ein. Somit war das Ergebnis einer 2:1 Punktrichterentscheidung für die Gegnerin ok. Aber nicht
immer ist der Sieg entscheidend, denn es stellt immer wieder auch eine hohe psychische
Anforderung dar, sich in einem Turnier fremden Gegnern zu stellen.
Die jungen Männer im Verein sind da leider nur sparsam vertreten!!!
All diese Anforderungen, gepaart noch mit erheblichen Selbstzweifeln,
trafen vor dem Turnier auf das Küken zu.
Anika Schipper hatte in der sechswöchigen Vorbereitung mehr
sich selbst zum Gegner als alles Andere. Immer wieder zweifelte sie
an ihrer Leistungsfähigkeit, schlug sich mit „was ist wenn-Situationen“
herum.
Aber dafür gibt es uns – wir bauen auf, wir unterstützen, wir bemühen
uns, Selbstbewusstsein aufzubauen.
Die Frage war nur, ob dies alles im entscheidenden Moment etwas
nutzen würde?
Ihre erste Gegnerin war eine aus dem Taekwondo kommende junge
Frau vom Tan Gun Dortmund, mit Braim Triqui als mir seit langem
bekannten, ausgefuchsten Trainer. Die Anweisung an Anika war daher,
die Fußtechniken durch beherztes Vorgehen nach Möglichkeit zu
neutralisieren und über den Infight in den Kampf zu kommen.
Nun ja: Wer schon jemals gesehen hat, dass ein Mensch förmlich
„unter Strom“ steht, der konnte dies in der ersten Runde deutlich sehen.
Aber: die in der Hektik noch unsauberen Stöße trafen ihr Ziel und die
Gegnerin fiel ein ums andere Mal zu Boden. Anikas Frontkicks in den
Bauch raubten ihr den letzten Nerv, so dass nach dreimaliger
Verwarnung der Kampf durch RSC („Referee stops contact“) zu ihren
Gunsten entschieden wurde.
Völlig am Ende wollte sie den Finalkampf nicht mehr
bestreiten, da ihr wohl u.a. das Asthma in der völlig sauer-
stofflosen Halle schwer zu schaffen machte. Aber – mit
Unterstützung aller anwesenden weiblichen Fans – und
Anikas neuem Kernsatz „Ich will – ich kann“ trat sie zum
Finale gegen die zweite Kämpfern von Braim Triqui an.
Beseelt vom ersten Sieg fackelte sich daher gar nicht lange
und der Kampf endete durch Aufgabe. Das Vertrauen in sich
selbst und unser Vertrauen in sie wurde somit durch einen
1. Platz belohnt. Darauf wollen wir nunmehr behutsam
aufbauen und sehen, wie Anikas Entwicklung voranschreitet.
Der Trainer war
zufrieden
what else?!
Genug des Allgemeinen, lasst uns zu den Kämpfen kommen!!!
Alexis Raptis, der bereits seit seinem 6. Lebensjahr kämpft, könnte
ein durchaus erfahrener SK-Kämpfer sein und seine Kämpfe mit Siegen
beenden, wenn er denn auf die Worte seines Trainers hören würde.
Leider hat Alexis es im ersten Kampf geschafft, diese Anweisungen
komplett zu ignorieren, was dann auch mit einer 5:6 Niederlage „belohnt“
wurde. Im zweiten Kampf – man höre und staune – klappte es dann gut
und er gewann mit 11:1 Punkten. Möge er für die Zukunft daraus seine
Einsichten ziehen.
Anika Schipper ready to rumble