Die Stellungen
ÜBERSICHT ÜBER DAS STELLUNGSSYSTEM DES TAE KWON DO
CHUNBI SOGI (Die VORBEREITUNGSSTELLUNG)
Mit Ausnahme der Vorbereitungsstellungen für Fußtechniken (guburyo sogi A und B) steht man immer auf beiden Füßen und
das Gewicht lastet auf den Fußballen. Der Körper ist locker und entspannt zu halten. Die Stellung dient der geistigen und
körperlichen Vorbereitung auf die nächste Bewegung. Der Körper ist aufrecht, das Kinn leicht zur Brust gezogen, die
Schultern werden gesenkt gehalten, die Brust nach vorn gestreckt. Die Arme werden leicht gebeugt, mit zur lockeren Faust
geschlossenen Händen vor der Körpermitte gehalten.
Die GRUNDSTELLUNG
a. Die AUSGANGSSTELLUNG
Das Gewicht lastet auf dem Ballen des Standfußes. Die Körpermuskulatur ist entspannt. Das Knie des Standbeines ist
leicht gebeugt. Fuß-, Knie- und Hüftgelenk zusammen bewirken die Federkraft zur Endstellung.
b. Die ENDSTELLUNG
Das Gewicht lastet auf der gesamten Fußfläche. Die Beinmuskulatur wird angespannt als wolle man die Schenkel
gegen einander pressen. Der Unterbauch ist angespannt. Der Rücken muß gerade gehalten werden. Die Gewichts-
teilung (50-50, 70-30, 60-40) erfolgt sofort, wenn durch Ausnutzung der Federkraft beide Füsse den Boden berühren.
Der Vorderfuß steht um 15 Grad nach innen. Die Hüfthaltung jeder Stellung muß stimmen:
MOA SOGI
Die Füsse stehen so nebeneinander, dass sich die Innenkanten berühren.
CHARIOT SOGI
Dies ist die Grußstellung; die Fersen berühren sich und die Zehen werden so weit nach außen gedreht, dass zwischen den
Füßen ein Winkel von ca. 45 Grad entsteht.
NARANI SOGI
Die Füße stehen parallel zueinander; die Fußaußenkanten sind schulterbreit voneinander entfernt.
AP GUBI (ITF: CHONGUL SOGI, GUNNUN SOGI)
Die Länge der Stellung beträgt ca. 1,5 Schulterbreiten von Fußspitze zu Fußspitze. Die Breite beträgt ca. 1 Schulterbreite. Nach
neuesten Vorstellungen ist die Stellung „so schmal wie möglich“ zu gestalten, da sie nur der Stabilität nach vorne gilt. Der
vordere Fuß zeigt nach vorn, der hintere Fuß wird leicht nach außen gedreht, damit er problemlos mit der gesamten Fläche auf
dem Boden aufstehen kann. Wird der hintere Fuß zu weit mit den Zehen nach außen gedreht, kann die Hüfte nicht mehr richtig
frontal eingedreht werden und steht dann schief! FEHLER! Das hintere Bein ist vollständig durchgedrückt, um die vom Gegner
auf den eigenen Körper einwirkende Schubkraft abfangen zu können. Das vordere Bein ist gebeugt. Wichtig ist, dass der
Unterschenkel schräg nach vorn zeigt, um die eigene Vorwärtsbewegung abrupt und stabil beenden zu können. Es darf nie zu
einem "Überhängerknie" kommen, wobei der vordere Unterschenkel senkrecht oder mit einer Neigung nach hinten stünde. Das
Lot von der Kniescheibe trifft die Fersenaußenkante. Die Hüfte steht senkrecht zur Zielrichtung.
NACHUA SOGI
Wie ap gubi (chongul sogi), aber die 1,5 Schulterbreiten gelten bis zur Ferse des vorderen Fusses; daher 1 Fuß länger als
ap gubi (chongul sogi).
DWIT GUBI (HUGUL SOGI oder L-Stellung)
Die Länge der Stellung beträgt ca. 1,5 Schulterbreiten zwischen der Außenkante des hinteren Fußes und der Fußspitze des
vorderen Fußes. Die Längsachsen der Füße treffen L-förmig aufeinander; die Fersen werden dann ein wenig nach außen
gedreht. Dadurch wird die Spannung auf die Kniegelenke gemindert und die Standfläche wird vergrößert, wodurch die Stellung
mehr Stabilität gewinnt. Das Gewicht lastet zu etwa 70 % auf dem hinteren Fuß, wodurch wir befähigt sind, schnelle Tritte mit
dem Vorderbein ausführen zu können, ohne dafür eine Gewichtsverlagerung vornehmen zu müssen.
WICHTIG!! Der Oberkörper steht in dieser Stellung im Winkel von 45 Grad zur Zielrichtung. Die Schulterachse darf nie in
Zielrichtung zeigen, da dann das vordere Knie nach innen wegknickt, sie darf auch nie senkrecht zur Zielrichtung stehe,
da dann das hintere Knie nach innen wegknickt. Dadurch würden auf Dauer die Gelenke überbelastet und die Stellung als
solche instabil. Dies wird häufig in der Taeguk Sa-Chang falsch gemacht, in der der Bewegungsablauf Bakat makki,
ap chagi, momtong an makki vorkommt. Der an makki hat nicht die gleiche Zielrichtung wie die vorgeherigen Techniken,
sondern muss in den Winkel von 45 Grad ausgeführt werden. Andere Auslegungen sind falsch!!
Größter Fehler bei dieser Stellung ist, dass beim Vorgehen in der Laufschule häufig die hintere Ferse viel zu weit nach
innen rutscht, so dass die Fußspitzen "voneinander weglaufen".
GOJONG SOGI
Wie dwit-gubi (hugul sogi), nur die 1,5 Schulterbreiten werden bis zur Ferse des vorderen Beines gemessen; die Stellung ist
also eine Fußlänge länger als dwit-gubi (hugul sogi). Gewichtsverteilung ist dann auch 50/50; siehe Won-Hyo Hyong 3. Technik
JUCHUM-SOGI (KIMA SOGI; Reitsitzstellung)
Die Breite der Stellung beträgt ca. 1,5 Schulterbreiten von Außenkante bis Außenkante. Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide
Beine verteilt. Die Beine werden in den Knien leicht gebeugt, um besser federn zu können; die Füße stehen parallel zueinander.
Die Knie werden nach außen gedrückt. Um die Stellung bei Technikausführung stabil zu bekommen, muß man die gebeugten
Schenkel gegeneinander pressen, wodurch die Füße eine stärkere Bodenhaftung bekommen. (Daher der Name Reitsitzstellung,
weil der Reiter auch die Schenkel gegen den Sattel pressen muß, um stabil zu sitzen.)
BOOM SOGI (Dwitbal sogi)
Das Gewicht lastet zu 90 % auf dem Standfuß; die Länge der Stellung ist eine SB von hinterer Fersenaußenkante bis zu den
Zehen des vorderen Fusses. Der hintere Fuß wird nur leicht nach außen gedreht; er steht nicht in rechtem Winkel zum vorderen
Fuß. Die Beine und die Handtechniken Im Moment des Einrastens einer/jeder Handtechnik, müssen die Beine - egal in
welcher Stellung die Handtechnik ausgeführt wird - für Sekundenbruchteile voll angespannt werden, um
a. der eigenen Technik die notwendige Stabilität zu geben und
b. die vom Gegner auf mich einwirkende Kraft abfangen zu können, ohne mein Gleichgewicht zu verlieren.
Die Länge der 3 Standardstellungen
Bei Prüfungen werden auf die Frage nach der Länge von ap gubi, dwit gubi bzw. der Breite von juchum-sogi diverse
Interpretationen geliefert. Dem Stellungssystem des Taekwondo ist aber immanent, dass ich, ohne meine Füsse
von der Stelle zu bewegen, diese drei Grundstellungen nur durch die Verschiebung der Hüftstellung einnehmen kann
© BUDO-SPORTVEREIN GELSENKIRCHEN 1980 e.V. 2010