Angriffstechniken Hand    Die Höhenstufen und was ich bei Block- und Angriffstechniken mit der Hand zu beachten habe Wir unterscheiden drei Angriffsstufen: Stufe eigener Körper Trefferzone beim Gegner arae          (najunde, hadan) unterhalb des Bauchnabels Bauchzone momtong  (kaunde, chungdan) eigene Schulterhöhe       Solar plexus olgul         (nopunde, sangdan) eigene Augenhöhe          Philtrum (Oberlippe) Die Angriffsstufen orientieren sich immer an einem Gegner, der aufrecht vor dem Sportler steht und immer die gleiche Körpergröße wie der Sportler hat. Das Blocken Blocken heißt - bis auf wenige Ausnahmen -, dass ein Angriff aus seiner Zielrichtung weggeschlagen wird. Ausnahmen sind der Schiebeblock (miro makki) oder der Block, der z.B. bei Schlagtechniken (chigi, taerigi) entgegen der Bewegungsrichtung des angreifenden Armes eingesetzt wird.    Wichtig: der blockende Arm bewegt sich dabei in der Regel horizontal in der zu nutzenden Angriffsstufe. D.h., waagerecht schulterhoch bei momtong (kaunde, chungdan) und augenhoch bei olgul (nopunde, sangdan).             Ansätze der grundlegenden Blocktechniken:             - arae makki (najunde, hadan)             - momtong (kaunde, chungdan) bakuro makki              - olgul makki (nopunde, sangdan) = chukyo makki alle mit äußerem Unterarm (bakat palmok) oder Handkante (sonnal, sonkal, sudo)   Da die Abwehr immer mit der "Kleinfinger-Seite" der Blockhand erfolgt, ist folgender Ansatz für alle drei Blöcke zu berücksichtigten: Die Arme werden locker vor der eigenen Brust gekreuzt (grundsätzliche Schutzposition und kürzester Weg zum eigentlichen Blockpunkt). Die Blockhand zeigt mit ihrer Innenseite zum eigenen Körper und liegt auf der Körperseite dieses Kreuzes. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Blockhand um 180 Grad zu ihrer Endposition drehen kann. Die "Reaktionshand" zeigt mit dem Handrücken zum eigenen Körper und liegt außen. Beide Fäuste befinden sich dabei etwa schulterhoch, die Ellenbögen zeigen nach unten. Die Blockhand bewegt sich bei Ausführung der Technik waagerecht zu ihrem Endpunkt (Schulterlinie) und kann dadurch alle Techniken abfangen, die sich auf den Sportler zubewegen. Die Reaktionshand wird zur Hüfte zurückgezogen. Der Bewegungsablauf (horizontal) gilt für olgul- und momtong bakat und an makki. Bei olgul makki wird der Blockarm senkrecht nach oben gestoßen und arretiert über dem Kopf mit einer Schrägneigung des Unterarmes. Die Schrägstellung des Unterarmes gewährleistet, dass bei einem Angriff von oben nicht die gesamte Kraft auf den Arm auftrifft und diesen eventuell nach unten schlägt, sondern dass die Kraft in gewissem Umfang seitlich abgelenkt wird. - momtong/olgul anuro makki (kaunde-nopunde/chungdan-sangdan anuro makki)  mit bakat palmok, sonnal (sonkal, sudo) oder batangsson (changkwon (Ballen) Auch hier wird mit einer waagerechten Bewegung geblockt. Der Ansatz ist wie folgt: Die Arme werden nicht vor der Brust gekreuzt, sondern die Reaktionshand befindet sich vor der eigenen Brust (Handrücken zeigt zum eigenen Körper) und die Blockhand ist schulterhoch mit nach unten/außen zeigendem Ellenbogen und nach hinten zeigendem Handrücken. Die Reaktionshand bewegt sich zur Hüfte, die Blockhand bewegt sich horizontal bis zur eigenen Körperzentrallinie. Der Block darf erst auf der Körper- mitte enden, damit die Verlängerungslinie eines geradlinigen Angriffs (Stoß oder Stich) am eigenen Körper vorbeiläuft. Die Abwehr ist bei „Stoßangriffen“ nur sinnvoll, wenn sie auf die Außenseite des angreifenden Armes ausgeführt wird, da ansonsten gar keine Blockwirkung vorhanden ist, d.h. man kann nur mit dem rechten Unterarm einen Stoßangriff der linken Faust blocken und umgekehrt. Die Nutzung verschiedener Körperstellen für den Block führt nicht dazu, dass die Bewegung als solche variiert. Fehlerhafter Weise kann man dies beobachten, wenn unbedarfte Sportler diesen Block mit batangsson ausführen und dabei „irgendwie schräg nach unten vor den eigenen Bauch blocken.“ Vgl. u.a. Taeguk Chil Chang, Technik 1 und 4.      - an palmok makki mit dem inneren Unterarm (Daumenseite), der Innenhandkante (sonnal dung, yok sudo) oder dem Handrücken (sondung). Der Ansatz ist wie folgt: Die Arme werden vor der Brust gekreuzt und zeigen mit den Handrücken zum eigenen Körper. Der Blockarm ist dabei außen. Die Ellenbögen zeigen nach unten!!! Während der horizontalen Blockbewegung wird nun der Blockarm mit der Daumenseite nach außen gedreht und arretiert auf der eigenen Schulterlinie in Schulter- oder Augenhöhe. - sonnal/bakat palmok goduro makki   (sonkal/sudo/bakat palmok taebi makki  Dieser Block wird "altertümlich" häufig noch als "Kampfstellung" bezeichnet. Die Blockstellen sind - wie der Name schon sagt - der äußere Unterarm (bakat palmok) oder die Handkante (sonnal, sonkal, sudo – sprich: sdo). Die Ausholbewegung: Die Blockhand liegt mit locker geschlossener Hand vor der eigenen Brust (Ansatz bakat palmok makki), der Faustrücken zeigt zum Gegner; die zweite Hand ist ca. augenhoch, mit etwa rechtwinkliger Armhaltung und der Faustrücken zeigt nach hinten. Beide Hände bewegen sich synchron nach vorn, wobei die Blockhand die gleiche Bewegung ausführt wie beim bakat palmok makki. Die zweite Hand wird entweder mit der Faust oder der Handkante zum eigenen Solar-plexus gezogen. Sie hat keinerlei Blockaufgabe, sondern soll dem Ausführenden die Möglichkeit geben, mit dieser Hand z.B. bei einem kombinierten Angriff eventuell noch einen zweiten Block (arae, hadan makki) durchführen zu können. Die Stellungen in denen diese Technik ausgeführt wird sind meist dwit gubi (hugul sogi) und boom sogi (dwitbal sogi). Größter Fehler bei der Ausführung ist, dass a. der Oberkörper vollkommen seitlich eingedreht wird, wodurch die Kniegelenke instabil werden, (hier der Verweis auf die Oberkörperhaltung bei dwit gubi: der Oberkörper steht im Winkel von 450, d.h. der Winkel zwischen Oberkörper und Technikarm beträgt rd. 1350. b. der Oberkörper ins Hohlkreuz gebracht wird, statt die Bauch- und Brustmuskulatur anzuspannen und dass c. der vordere Blockarm nicht im Winkel von ca. 90 Grad arretiert, sondern fast völlig gestreckt und lediglich das Handgelenk gebeugt wird (was unbedingt zu     vermeiden ist). - ssang palmok/ssang sudo (sonkal) makki Diese Blocktechnik kommt im neuen Formensystem (taeguk) gar nicht vor. Geblockt wird mit beiden äußeren Unterarmen oder beiden Handkanten. Abgewehrt werden entweder a. lediglich ein Angriff von vorn, wobei die zum Kopf gezogene Hand nur der Verstärkung des Einzelblockes dient oder b. zwei Angriffe frontal und von der Seite zum Kopf. Ansatz: Die Arme werden vor der Brust gekreuzt, wobei beide Faustrücken schräg nach vorne/unten zeigen. Durch das gleichzeitige Drehen beider Arme um 180 Grad in die Endposition wird der Block ausgeführt. Der vordere Arm führt einen bakat palmok makki aus, der hintere Arm einen olgul (chukyo) makki. Dabei ist darauf zu achten, dass der Block hauptsächlich im dwit gubi (hugul sogi) oder im boom-sogi (dwitbal sogi) ausgeführt wird. Die Oberkörperhaltung in diesen Stellungen ist um 45 Grad seitlich von der Angriffsrichtung. Größter Fehler: siehe Beschreibung bei sonnal goduro makki.  - batangson an makki Hier handelt es sich um einen anuro makki (Bewegungsrichtung von außen nach innen). Der Angriff wird durch eine horizontale Schlagbewegung aus seiner Zielrichtung abgeleitet und der Block arretiert auf der Zentrallinie des eigenen Körpers. Daraus resultiert, dass er sinnvoll nur auf die Außenseite des geradlinig angreifenden Armes oder Beines angewendet werden kann. Mögliche Stellungen sind ap gubi (chongul sogi), dwit gubi (hugul sogi) oder boom sogi (dwitbal sogi). Ansatz: Die Blockhand wird - leicht geöffnet - etwa auf eigene Brusthöhe mit der Handfläche nach oben etwas außerhalb der eigenen Schulterlinie gehalten. Die Reaktionshand liegt gebeugt (wie bei an palmok makki) mit dem Faustrücken nach oben vor der eigenen Brust. Die Blockhand wird nun horizontal zur eigenen Körperzentrallinie geklappt und arretiert dort, indem die Längsachse der offenen Hand schräg nach oben zeigt und die Querachse senkrecht zum Körper steht. Der Abstand der Blockhand zum eigenen Körper sollte etwa 30-40 cm betragen. Häufig ist zu sehen, dass die Blockhand fast den eigenen Brustkorb berührt, was natürlich eine sinnvolle Blocktechnik nahezu unmög-lich macht, da der angreifende Arm oder das angreifende Bein erst minimal vor dem eigenen Körper (wenn überhaupt noch) abgeleitet werden können. - doo palmok makki (doppelter Unterarmblock) Vom Prinzip handelt es sich hier um an palmok makki, dessen Reaktionsarm nicht zur Hüfte, sondern nah an den Ellenbogen des Blockarmes geführt wird. Ansatz: Hier sind die wildesten Varianten zu beobachten, doch unter dem Aspekt, dass es sich um einen an palmok makki handelt, kann es nur einen sinnvollen Ansatz geben. Der Blockarm wird mit dem Faustrücken nach oben leicht gebeugt etwa schulterhoch vor der eigenen Brust gehalten, der Reaktionsarm liegt (ebenfalls schulterhoch und mit dem Faustrücken zum Ausführenden zeigend) ein wenig außerhalb der eigenen Schulterlinie. Ausführung: Der Blockarm wird auf einer horizontalen Linie nach außen zur eigenen Schulterlinie geführt und dreht sich dabei (wie an palmok makki) mit der Daumenseite des Unterarmes (an palmok) nach außen. Der zweite Arm wird von seiner Ausgangsposition leicht abwärts zum Ellenbogen des Blockarmes geführt, wo er mit senkrechter Fauststellung arretiert. In keinem Fall dient dieser Arm der Verstärkung der Blocktechnik. Derartige Annahmen sind völlig aus der Luft gegriffen. Die zweite Hand dient - ähnlich der zweiten Hand bei goduro (taebi) makki lediglich der Möglichkeit, noch einen arae (hadan) makki ausführen zu können. Erstmalige Anwendung erfolgt in Yul-Gok Hyong für den 4. Kup im alten Formensystem (Hyong). - ollyo makki Die Ausführung erfolgt mit dem Handballen (batangson). Sinn ist es, einen geradlinigen Angriff zu Hüfte nach oben wegzuschlagen (nicht hoch zu drücken). Daraus folgt, dass dieser Block nicht langsam als Schiebeblock (miro makki) ausgeführt werden muß, sondern in einer schnellen kreisförmigen Bewegung. Ansatz: Der Reaktionsarm ist leicht gebeugt mit nach oben zeigenden Handrücken nach vorn gestreckt. Die Blockhand wird geöffnet etwa hüfthoch - mit nach oben zeigenden Handrücken - leicht außerhalb der eigenen Schulterlinie gehalten. Wichtig ist, dass im Moment des Ansatzes der Körperschwerpunkt leicht gehoben ist, d.h. das Standbein ist nur mäßig gebeugt.  In einer parallel vor dem eigenen Körper verlaufenden halbkreisförmigen Linie bewegt sich die Blockhand zur Schulterlinie des Ausführenden, während die Reaktionshand zur Hüfte gezogen wird, und sich der Schwerpunkt abrupt in die gewählte Stellung meist bom (dwitbal) sogisenkt. Die Kraftrichtung der Blocktechnik muß nach oben fließen, um den Angriff in diese Richtung wegschlagen zu können. - otgoro makki/kyocha joomok makki (nach unten oder oben) Sinn dieses Blockes ist a. die gleiche Blockwirkung wie olgul makki (chukyo makki) oder b. einen Angriff zum Unterleib durch Druck der gekreuzten Arme nach unten abzufangen.   Ansatz: Die WTF-Ausführung beginnt außerhalb der eigenen Schulterlinie mit bereits gekreuzt gehaltenen Unterarmen. Dies ist m.E. unsinnig, da die Chance, das angreifende Körperteil wirkungsvoll zu treffen, äußerst gering ist. Wir trainieren daher die ITF-Variante, da diese bessere Erfolgschancen gewährleistet. Für den Druckblock in die obere Angriffsstufe gilt, dass die Unterarme brusthoch mit den Handflächen nach oben leicht nach außen gehalten werden. Beim Druckblock nach unten zeigen die Faustrücken im Ansatz nach oben. Von dieser jeweiligen Position aus bewegen sie sich dann zum Endpunkt arae/hadan/najunde oder ogul/sangdan/ nopunde. Die Arme arretieren immer so, dass die Längsachsen der Fäuste senkrecht zum eigenen Körper stehen. Beim Block nach unten zeigen die Daumen der Fäuste nach vorn, beim Block nach oben zeigen sie in Richtung des eigenen Körpers. Der Block nach oben kann dazu dienen, einen geradlinigen Angriff zum Gesicht nach oben abzuleiten oder einen Angriff von oben durch Gegendruck zu stoppen.  - batangson miro makki Es handelt sich, wie der Name schon sagt, um einen Schiebeblock (miro). Deshalb wird nicht kurz und kräftig ausgeatmet, sondern die gesamte Technik wird mit fließendem Atem begleitet. Dieser wird meist mit dem Handballen (batangson) ausgeführt. Als völlig falsch ist oft die Anwendung dieses Blockes gerade beim Ilbo-taeryon zu beobachten: der Block wird eingesetzt, um den angreifenden Arm zur Seite zu schieben, was - bedenkt man, dass im Ernstfall der Arm nicht arretiert - gar nicht möglich ist. Der Block richtet sich beim Faustangriff gegen das Schulter- und beim Fußangriff (meist yop cha chirugi) gegen das Hüftgelenk des Angreifers. Der Einsatz ist deutlich bei der Hwa-Rang Hyong zu erkennen. Dem Faustangriff weicht der Aktive durch das Wegsetzen des linken Fußes in chuchum sogi (annun, kima) aus und schiebt dabei mit dem eigenen Handballen die Schulter des Angriffsarmes nach hinten, um den Angreifer in eine instabile Position zu bringen. Als Konter werden in der Hyong zwei Fauststöße zum Körper ausgeführt. Ähnlich ist die Blockanwendung gegen einen yop chagi-Angriff. Man weicht seitlich aus und stört das Gleichgewicht des Angreifers durch den Schub auf dessen Hüftgelenk, was dann einen Gegenangriff ermöglichen kann und soll. Ansatz: Der Reaktionsarm wird - wie gewöhnlich - locker nach vorn gestreckt. Die Blockhand ist geöffnet, schulterhoch und zeigt mit der Handfläche zur eigenen Brust. Wichtig: Da es sich um einen Schiebeblock handelt, wird er auch nicht beatmet wie alle anderen Techniken, sondern der Atem fließt kontinuierlich während der gesamten Blockbewegung, da ja auch der Krafteinsatz kontinuierlich ist. - hechyo makki (Griff-Sprengblock) Der deutsche Name der Technik gibt bereits Auskunft über den Sinn der Technik: nach mir greifende Arme werden seitlich abgeleitet. Ansatz: Es gibt zwei Möglichkeiten der Handhaltung beim Ansatz dieser Technik. Grundsätzlich werden die Arme in gebeugter Haltung gekreuzt vor der Brust gehalten. Variante a. Block mit bakat palmok (äußerer Unterarm) oder sonnal (sonkal, sudo = Handkante) Die Fäuste zeigen im Ansatz mit den Handrücken zum Gegner. Variante b. Block mit an palmok (innerer Unterarm), sonnal dung (yok sudo = Handkante) oder sondung (Handrücken) Die Fäuste zeigen im Ansatz mit den Handrücken nach oben. Wichtig ist, dass ein kraftvoller Angriff wirkungsvoll nur dann abgeleitet werden kann, wenn die Blockbewegung mit einem Schritt nach hinten ausgeführt wird. Zu beachten ist auch, dass sich die blockenden Arme nicht zu weit öffnen (max. schulterbreit), um den eigenen Oberkörper nicht für Folgeangriffe zu entblößen. Angriffswerkzeug Handkante (Sonnal, sudo – sprich sdo -, sonkal) Es gibt an der Hand zwei Stellen, die für Handkantenangriffe genutzt werden: a. die eigentliche Handkante an der Kleinfingerseite der Faust und b. die Innenhandkante, das Grundgelenk des Zeigefingers (sonnal dung, yok sudo). Ansatz zu a. Ausführung von außen nach innen = anuro Der Ansatz ist identisch mit dem des Blockes olgul, nopunde, sangdan anuro makki (1. Form). Beide Fäuste werden schulterhoch leicht neben den Körper gehalten, die Arme sind gebeugt und beide Handrücken zeigen zum Ausführenden. Der Technikarm wird zum Ziel in einem horizontalen Bogen geführt; das Ziel liegt auf der Zentrallinie des Körpers. Die andere Hand geht zur Hüfte. Ansatz zu a. Ausführung von innen nach außen = bakuro Der Ansatz ist identisch mit dem Block des bakat makki. Die Arme sind vor der Brust gekreuzt, die Technikhand zeigt mit dem Faustrücken nach unten und liegt auf dem Faustrücken der Hüfthand (Reaktionsarm). Die Technikhand wird nach außen beschleunigt und dreht sich im letzten Moment mit der Handkante nach außen ein. In ap gubi arretierte sie auf der eigenen Schulterlinie, d.h., der Gegner steht leicht seitlich versetzt. In dwit gubi stehen Körper und Technikarm im einem Winkel von 135 Grad zueinander; dabei ist darauf zu achten, dass der Arm im Schultergelenk nicht überdreht wird, d.h., Schultern und Arm stehen nicht in einer geraden Linie, sondern der Arm ist in der Schulter ein wenig abgeknickt. Körper des Gegners Kopf des Gegners Eigener Körper eigener Arm  Ausführender steht in chuchum, kima sogi Ansatz zu b. Der Schlag mit der Innenhandkante (dem Grundgelenk des Zeigefingers) erhält seine Energie durch eine weite Ausholbewegung, bei der die leicht geöffnete Angriffshand mit der Innenfläche nach oben zeigt. Es empfiehlt sich, diese Technik wegen des enormen Hüftschwunges immer seitenverkehrt nach ITF-Auslegung (linker Fuß vorn - rechte Hand und umgekehrt) – seitengleich nach WTF-Auslegung auszuführen. Der Arm - mit dem wegen der Verletzungsgefahr beim Auftreffen leicht gebeugten Ellenbogen des Schlagarmes - trifft in einer horizontalen Schwung- bewegung das Ziel und arretiert auf der Zentrallinie des Körpers. Um Verletzungen des Daumens zu vermeiden, muß dieser bewußt und fest in die Handfläche gepreßt werden. Schaut man also von oben auf den Handrücken, darf man den Daumen nicht mehr sehen. Angriffsziele sind der Kopf, Hals (vorn, seitlich und hinten) oder der Rumpf mit den Rippen, den Nieren, der Wirbelsäule. Angriffswerkzeug Faustrücken (dung jumok, rikwon) Der "Faustrücken" ist die Oberseite des Zeige- und des Mittelfingergrundgelenkes. Es gibt zwei Möglichkeiten der Anwendung: a. als Angriff auf seitliche Körperpartien wie Schläfe, Kiefer, Rippen oder Rückenpartie und b. als frontaler Angriff auf Augenbrauen, Nase, Philtrum (Oberlippe) oder Kinn. Ansatz zu a. Die Arme werden - wie bei fast allen Handtechniken - vor der Brust gekreuzt gehalten. Die Technikfaust liegt dabei locker auf der "Reaktionsfaust", die zur Hüfte gezogen wird, auf. Beide Fäuste zeigen mit dem Faustrücken zu uns. Die Angriffsfaust wird wird nun in einer horizontalen, halbrunden Bewegung zum Ziel geschlagen und dreht sich am Zielpunkt um 90 Grad, d.h., die Faust steht senkrecht und der Daumen zeigt nach oben. Der Gegner steht bei diesem Angriff nicht direkt vor uns, sondern seitlich um eine halbe Körperbreite versetzt, da die Technik auf der eigenen Schulterlinie arretiert. Ansatz zu b. Hier ist zwischen dem originalen Ansatz entsprechend der ITF und dem "neuen" Ansatz gemäß WTF zu unterscheiden. ITF: Der Reaktionsarm wird locker nach vorn gestreckt; der Technikarm wird seitlich angehoben, bis die Faust etwa augenhoch steht und die Innenseite der Faust nach vorn zeigt. Nun wird die Technikfaust zum Ziel beschleunigt und dreht sich dabei um 180 Grad, bis der Faustrücken zum Zielpunkt zeigt.   Die Technik sollte aus "Gründen einer hohen Energie" immer seitenverkehrt ausgeführt werden, d.h., linker Fuß vorn - rechter Faustrücken und umgekehrt. Um sich selbst besser gegen Angriffe des Gegners schützen zu können, kann der "Reaktionsarm" auch vor die eigene Brust zurückgezogen werden und arretiert dann mit der Faust unter dem Ellenbogen des eigenen Angriffsarmes. Dieses Zurückziehen des Reaktionsarmes kann gleichzeitig auch als eine Abwehrbewegung nach unten gegen einen angreifenden Fauststoß eingesetzt werden, der dann mit dem Faustrückenschlag gleichzeitig (simultan) gekontert wird. WTF: Hier ist der Ansatz wie bei a. beschrieben und die Technikhand beschreibt einen zunächst nach oben und dann zum Ziel abfallenden Bogen. Sie wird in den Formen gleichseitig ausgeführt, d.h., rechter Fuß vorn - rechte Hand greift an; daraus resultiert ein geringer Hüfteinsatz und m.E. keine große Schlagwirkung der Technik. In beiden Fällen steht der Gegner direkt vor uns und die Angriffstechnik arretiert auf der eigenen Körperzentrallinie. Angriffswerkzeug Ellenbogen (palkup) Für den Einsatz des Ellenbogens gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nachdem wie der Gegner zu mir steht bzw. welchen vitalen Punkt ich angreifen will. Wir unterscheiden Ellenbogenstöße und Ellenbogenschläge. a. Der Ellenbogenschlag nach vorn    (palkup pyojok chigi, ap palkup taerigi) Dieser Angriff wird immer seitenverkehrt ausgeführt, d.h. linker Fuß vorn - rechter Ellenbogen schlägt und umgekehrt.  Der Angriff richtet sich gegen den Brustkorb des Gegner und der Gegner steht etwa um eine halbe Körperbreite versetzt zu uns, da ihn sonst der Ellenbogen nicht treffen kann. In der Form (Taeguk, Hyong) wird bei Ausführung dieses Ellenbogenschlages die andere Hand gegen den eigenen Ellenbogen gezogen. Daraus ist nicht zu schließen, der Sinn sei, den Gegner in den Ellenbogen herein zu ziehen. Grund ist lediglich, die eigene Hand dient als Ziel für den Schlag. Alle anderen Interpretationen sind falsch!!!  Ansatz: Führen wir den Ellenbogenschlag mit dem rechten Arm aus, ist der Ansatz wie ein vollendeter linker Fauststoß. Aus dieser Position heraus wird der rechte Ellenbogen mit der rechten Hüfte nach vorn beschleunigt, dreht sich dabei so ein, dass der Daumen zum eigenen Körper und der Faustrücken nach oben zeigt und arretiert mit der rechten Faust etwa auf der eigenen Körperzentrallinie. Weil bei dieser Arretierung der Ellenbogen seitlich absteht, ergibt sich die oben beschriebene Logik, dass der Gegner seitlich versetzt zu uns stehen muß, damit wir ihn mit dieser Technik treffen können. b. Der Ellenbogenschlag nach oben  (palkup ollyo chigi/wi palkup taerigi)      Der Angriff richtet sich gegen die Unterseite des Kinns. Da er auf der eigenen Schulterlinie arretiert, ergibt sich daraus zwangsläufig, dass der Gegner seitlich versetzt stehen muß, um getroffen zu werden. Ansatz Wie beim Ellenbogenschlag zu a. Der Ellenbogen wird hier lediglich nach vorn/oben unter das Kinn des Angreifers geschlagen; in der Grundschule arretiert er etwa auf eigener Augenhöhe, die Faust liegt - mit dem Faustrücken nach oben zeigend - neben dem Ohr.  c. Der Ellenbogenstich nach hinten   (palkup dwiro chigi/dyt palkup tulki) Der Angriff richtet sich gegen den Brustkorb eines hinter mir stehenden Gegners. Da die Technik auf der eigenen Schulterlinie arretiert, ist es logisch, dass der Gegner seitlich versetzt hinter uns stehen muß, damit die Technik ihn treffen kann. Ansatz: Führen wir den Stich mit dem rechten Ellenbogen aus, ist der Ansatz wie ein vollendeter rechter Fauststoß. Aus dieser Position führen wir nun "einen linken Fauststoß" aus, wobei die Konzentration aber auf dem Zurückreißen des rechten Armes und somit auf der Ausführung des Ellenbogenstiches liegt. d. Der Ellenbogenstich zur Seite   (palkup yop chigi/yop palkup tulki) Der Angriff richtet sich gegen den Brustkorb eines seitlich stehenden Angreifers. Ansatz: Die Ausführung erfolgt aus einer gekreuzten Armhaltung, aus der heraus der Technikellenbogen horizontal zur Seite "gestochen" wird und schulterhoch mit dem Faustrücken nach oben zeigend so arretiert. Die Faust des angreifenden Ellenbogenarmes steht dann auf der eigenen Brustlinie. Häufig wird hier der rückwärtige Stich im dwit gubi/hugul sogi mit dem seitwärtigen Ellenbogenstich verwechselt, weil man "seitlich" zum Gegner steht. Gerade im dwit gubi/hugul sogi handelt es sich nur dann um einen seitlichen Stich, wenn bei rechter Stellung (rechter Fuß steht hinten) der linke Ellenbogen nach links sticht und umgekehrt. Angriffswerkzeug Faust (ap jumok) Für den Angriff mit der Faust gibt es drei grundsätzliche Möglichkeiten: a. der "normale" Fauststoß mit dem Faustrücken nach oben b. den vertikalen Fauststoß mit dem Daumen nach oben (sewo chirugi), der in der Halbdistanz eingesetzt wird c. den umgekehrten Fauststoß mit der Faustinnenseite nach oben (dwijibo chirugi), der in der Nahdistanz eingesetzt wird. zu a.  Der Fauststoß erhält seine Geschwindigkeit und damit seine Bewegungsenergie dadurch, dass der Reaktionsarm schnellstmöglich zur Hüfte zurück gerissen wird und die Technikhüfte und der Oberkörper dem Stoßarm einen Bewegungsimpuls zum Ziel geben. Der Ellenbogen des Stoßarmes muß so dicht wie möglich am eigenen Körper nach vorn gestoßen werden (Vermeidung von Verletzung des Ellenbogengelenkes und Geradlinigkeit der Bewegung).  Erst im letzten Moment dreht sich die Faust mit dem Faustrücken nach oben ein und arretiert in dieser Stellung. Im Moment des Arretierens müssen die Beinmuskel und die Bauchmuskulatur stark angespannt werden, um dem Stoß den nötigen Rückhalt zu geben.  Außerdem ist der Latissimus des Stoßarmes anzuspannen, wodurch die Schulter leicht nach unten gezogen wird und dadurch Stabilität erhält, um die Reaktionskraft des gegnerischen Körpers zu kompensieren. Eine nach oben stehende Technikschulter zeigt immer eine falsche Technik an. Dieser Grundsatz gilt für fast alle Handtechniken des Taekwondo. zu b.  Der sewo chirugi hat den gleichen Ansatz wie der Fauststoß. Die Drehung der Faust um 90 Grad (Daumen zeigt nach oben) erfolgt hier aber bereits kurz nach dem Moment, wenn der Ellenbogen am eigenen Körper vorbeirutscht. zu c.  Der dwijibo chirugi (jechyo) hat seinen Ansatz derart, dass die Stoßfaust zunächst mit dem Faustrücken nach oben zeigt. Sie wird nun auf dem Weg zum Ziel um 180 Grad (mit der Daumenseite nach außen) gedreht und arretiert mit dem Ellenbogen noch am Oberkörper. Der Ellenbogen/Oberarm wird gegen den eigenen Brustkorb gepreßt, um die Technik und ihre Schubwirkung noch zu verstärken. Bedingt durch die kurze Reichweite wird diese Technik nur in der Nahdistanz eingestzt. © BUDO-SPORTVEREIN GELSENKIRCHEN 1980 e.V. 2010